Der spanische Mobilfunkanbieter zieht sich aus dem Berliner Vergnügungsviertel zurück und überlässt dem schwäbischen Autokonzern Mercedes Benz die Arena. Gleichzeitig bekommt das Viertel eine neue Gestaltung und zum Teil auch neue Adressen.

Rund um die Arena

Ab Juli wird die Heimstätte der Basketballer von Alba Berlin sowie der Eisbären Berlin also unter Mercedes-Benz-Arena in den Stadtplänen zu finden sein. Ebenso wurde bereits die Straße am Hauptquartier des Automobil-Konzerns an der Arena in Edith-Kiss-Straße (ehemals Planstraße D) umbenannt. Nachdem der Konzern in der Stadtverordnetenversammlung seine Vorschläge, Bertha Benz (erste Autofahrerin der Welt) oder Mercedes Jellinek (Tochter eines Autohändlers und Inspiration zum Firmennamen), nicht durchbringen konnte. Bot ein Vorschlag der Piraten-Partei den nötigen Konsens. Edith Kiss war eine Künstlerin, die als Zwangsarbeiterin in einem Daimler-Benz-Werk Flugzeugmotoren montierte.

Neue Shopping-Center

Direkt vor der Multifunktionshalle entsteht derzeit ein neues Einkaufszentrum, namens Freo. Von der Größe wird der Einkaufstempel an die Potsdamer-Platz-Arkaden heranreichen. Zum Einen wird sich der Bau zum S- und U-Bahnhof und zum Anderen zum Vorplatz der Arena hin öffnen. Der Vorplatz selbst wird dabei auch umbenannt werden. Einer der Vorschläge für den O2-Platz ist Manfred-von-Richthofen-Platz, benannt nach dem 2014 verstorbenen ehemaligen Präsidenten des Deutschen Sportbundes. Allerdings muss ein Namenspatron fünf Jahre lang tot sein, um für eine Benennung in Frage zu kommen. Darüber hinaus wird zunehmend eine Namenspatronin gefordert, da von 140 Straßen und Plätzen im Bezirk lediglich 17 nach Frauen benannt wurden.

Stars für den Stern

Für die ersten Konzerte unter dem neuen Namen haben sich bereits ebenfalls namenhafte Musiker angesagt. Unter anderen befinden sich Mark Knopfler, Santana oder auch die nach der Berliner U-Bahnlinie benannte Band U2 auf der illustren Liste. Wie bekannt wurde wird die Arena mindestens bis ins Jahr 2035 ihren neuen Namen tragen. Wie die derzeitigen Bauvorhaben in dem Quartier allerdings andeuten, wird sich das Areal an der Spree bis dahin noch weiter verändern.

Jahrgang 1982, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Erfurt (Master of Arts). Arbeitete in kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Projekten und promoviert derzeit an der Universität Erfurt. Lebt und schreibt in seiner Heimatstadt Berlin und ist seit 2013 Redakteur für berlin-sehen.de.

Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar