Irgendwann trifft es jeden, plötzlich ist der Schlüsselbund einfach nicht auffindbar. Wir geben Euch einen kleine Überblick, was in einer Großstadt wie Berlin zu beachten ist, wenn Ihr vor Eurer verschlossenen Tür steht.

Vorbeugen

Es muss nicht erst zum Verlust des Schlüssels kommen, um in Zukunft einige Vorbeugemaßnahmen umzusetzen. Zum einen empfiehlt es sich, eine Kopie des Schlüssels anzufertigen und an einem sicheren Ort außerhalb der Wohnung aufzubewahren. Besonders beliebt sind nah wohnende Freunde oder Verwandte, die im Verlustfall schnell zu erreichen sind. Darüber hinaus kann der Schlüssel auch bei einigen Dienstleister registriert werden. So kann der gefundene Schlüssel direkt dem Besitzer zurück geschickt werden.

Verlorener Schlüsselbund

Falls der Schlüssel allerdings bereits verloren wurde, gilt es einige wichtige Schritte zu beachten. Nach dem gründlichen Absuchen aller wahrscheinlichen Aufbewahrungsorte und der traurigen Gewissheit, dass sich der Schlüssel nicht wiederfinden lässt, sollte zuerst überprüft werden, ob etwas am Schlüsselbund auf die Adresse hinweisen könnte. In diesem Falle gilt es, schnell und entschieden zu handeln. Das Austauschen des betreffenden Schlosses ist hierbei die sicherste Möglichkeit. Auch sollte die Hausverwaltung bei Wohnungsschlüsseln oder die Autoversicherung bei KFZ-Schlüsseln informiert werden.

Schlüsseldienst rufen

Ein Schlüsseldienst in Berlin zu finden ist kein Problem, da allein an allen Hauseingängen meist kleine Aufkleber für einen solchen Dienst werben. Allerdings gibt es einige Unterschiede unter den verschiedenen Anbietern. Gerade in Ballungsräumen wie der Hauptstadt können die Anfahrtswege des jeweiligen Mitarbeiters sehr lang sein und damit zu hohen Kosten führen. Daher sollte der Preis bereits am Telefon geklärt werden und gegenenfalls nach Pauschalen gefragt werden. Besonders an Wochenende haben die Schlüsseldienste oft erhöhte Kosten, sodass sich falls möglich das Warten auf Montag lohnen kann. Insgesamt ist der Notleidende gefährdet, eine überhöhte Rechnung zu erhalten. Die Verbaucherzentrale in Berlin hat dazu eine beunruhigende Untersuchung veröffentlicht: Danach werden „Rechnungsbeträge über 100 Euro für eine einfache Öffnung einer zugefallenen Tür während der normalen Geschäftszeiten als unangemessen hoch“ bewertet. Ebenso verweigerten viele Firmen eine Preisauskunft am Telefon. Auch fiel auf, dass bei jedem zweiten Fall das Schloss ausgewechselt und in Rechnung gestellt wurde, obwohl es nur in den wenigsten Fällen nötig ist. Es gilt also einen kühlen Kopf zu behalten und nicht dem erstbesten Anbieter den Auftrag zu geben.

 

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Jahrgang 1982, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Erfurt (Master of Arts). Arbeitete in kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Projekten und promoviert derzeit an der Universität Erfurt. Lebt und schreibt in seiner Heimatstadt Berlin und ist seit 2013 Redakteur für berlin-sehen.de.

4 Kommentare

  1. Ein sehr schön geschriebener Artikel, der kurz und knapp die wichtigsten Punkte zum Thema Schlüsseldienst zusammenfasst. Zur Auswahl des richtigen Schlüsselnotdienstes möchte ich noch anmerken, dass man als Endverbraucher meist besser fährt, wenn man sich einen lokalen Anbieter sucht und überregionale Verteiler meidet. Da fast alle Notdienste regionalen Bezug vortäuschen hilft hier oft nur ein Blick auf die Telefonnummer und – falls Internetverbindung auf dem Handy vorhanden – ein Blick ins Impressum. Hier kann man dann auch schon die meisten überteuerten Dienste aussortieren.
    Wirkliche Sicherheit bringt aber tatsächlich nur die Frage nach dem absoluten Endpreis am Telefon. Da gibt es zwar auch Ausnahmen und Sonderfälle aber den Preis für eine einfache unverschlossene Tür kann ein seriöser Schlüsseldienst normalerweise bereits telefonisch bekannt geben. Solle dann an der Tür wirklich eine Schwierigkeit auftreten kann der Handwerker das dann normalerweise auch einen Laien direkt zeigen.
    In diesem Sinne, viele Grüße vom Schlüsseldienst in Nürnberg.

  2. Es gibt in unserer Branche Schlüsseldienste, die man als schwarze Schafe bezeichnet. Das ist gar kein Geheimnis. Ich betreibe meinen Schlüsseldienst in Nürnberg seit Jahren. Wir bieten unseren Kunden Türöffnungen zu einem Festpreis an. Diesen Festpreis sollte man sich auch am Telefon bestätigen lassen.

  3. Ja logo sollte der Anbieter lokal sein, sonst kostet es das dreifache. Und noch ein Tipp. Benutzt keine Google Adwords bei der Suche nach einem Schlüsseldienst. Die werden in dem Bereich nur von den schwarzen Schafen benutzt da viel zu teuer. Da bezahlt der Werbetreibende schonmal 15-25 Euro für den reinen Klick auf die Google Werbeanzeige. Ist ja klar, dass das Unternehmen diese Werbekosten wieder auf den Preis aufschlägt.

  4. Das ist richtig, lieber Kollege! Und sie brauchen in der Regel mehr, als einen Klick um an einen Auftrag zu kommen. Dabei werden aber die kleinen, örtlichen Schlüsseldienste bekämpft und in den Ruin getrieben. Zumindest in Berlin.

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