Der Berliner Fernsehturm

Der Berliner Fernsehturm

Kein Bauwerk prägt die Silhouette der Hauptstadt so sehr, wie das beliebteste Bauwerk der Berliner: Der Fernsehturm. Er ist im Wortsinne eine der größten Sehenswürdigkeiten in Berlin. In Souvenir-Shops oder an den Wänden, überall ist der „Telespargel“, wie ihn der Volksmund gerne nennt, zu finden – und natürlich beim Blick nach oben. Denn von allen großen Sternstraßen aus ist er, da im Zentrum der Stadt stehend, weithin sichtbar.

 

Der Turmbau zu Berlin

Nachdem die größtenteils nicht anerkannte DDR auf einer Rundfunkkonferenz 1952 nur zwei Frequenzbereiche zugewiesen bekam, wurde der Bau eines leistungsstarken Großsenders für eine lückenlose Rundfunkversorgung nötig und es begannen, erste Pläne zu entstehen. Zuerst wollte man auf dem Müggelberg einen quadratischen 170 Meter hohen Turm errichten und begann auch bereits mit den Bauarbeiten, als man erkannte, dass der Turm in der Einflugschneise des Flughafens Berlin Schönefeld stehen würde – man kann sich ein Schmunzeln nicht ganz verkneifen… Nachdem man einen neuen Standort zu suchen begann, legte man sich auf den Volkspark Friedrichshain fest. Mieter wurden umgesiedelt und Planungen voran getrieben, bis eine Finanzkrise aufgrund des teuren Mauerbaus den Bau des Fernsehturms erneut auf Eis legte. Doch je länger die Planung dauerte, desto mehr wurde es zu einem Prestige-Objekt der Funktionäre und so wurde 1964 der Bau am Marx-Engels-Forum auf dem ehemaligen Schlossplatz beschlossen… und wieder verworfen, da der morastige Untergrund eine katastrophale Variante von Pisa ermöglicht hätte. So einigte man sich letztendlich auf den jetzigen Standort am Berliner Alexanderplatz. Diese politische Entscheidung wurde auch mit den verschieden Blickachsen im Stadtgebiet begründet und garantiert noch heute eine wortwörtlich hervorragende Sichtbarkeit.

 

Ein Turm mit Symbolkraft

 

Dem von der Investitionsbank als „völlig gesetzeswidrig“ bezeichnete Vorhaben wurde zwar im Sommer 1965 die Genehmigung entzogen, doch hinderte das die Beteiligten nicht daran, mit dem Bau am 4. August 1965 zu beginnen. Und trotz aller Schwierigkeiten wurde der Turm am 3. Oktober 1969 nach relativ kurzen 53 Monaten reiner Bauzeit von Walter Ulbricht eingeweiht und war seit dem 7. Oktober, dem Tag der Republik, der Öffentlichkeit zugänglich. Von den anfänglichen 32 Millionen Mark waren die Baukosten mittlerweile auf über 132 Millionen Mark gestiegen. Nach ungeschönten Rechnungen beliefen sich die Kosten sogar auf ungefähr 200 Millionen Mark – manches ändert sich nie. In der Folgezeit avancierte der Fernsehturm zum Symbol für Modernität und sozialistische Leistungsfähigkeit, was allerdings nichts daran änderte, dass der Turm nach der Wende übergangslos zum Zeichen der wiedervereinigten Stadt wurde. Lange Zeit stand er aber auch symbolisch mit seinen 365 Metern für die Tage des Jahres, was jedoch durch eine Antennen-Erweiterung um drei Meter im Jahr 1997 verbaut wurde.

 

Ausflugsziel auf hohem Niveau

 

Über eine halbe Million Berliner und Touristen besuchen jährlich die Kuppel des Fernsehturms. Auf einer Höhe von 203 Metern befindet sich eine ringförmige Aussichtsplattform, die einen herrlichen Blick auf ganz Berlin liefert. Übertroffen wird diese Plattform lediglich von dem auf einer Höhe von 207 Metern liegenden „Telecafé“. Die Besonderheit dabei ist ein sich drehender Aussenring, auf dem die Tische stehen. Für eine Drehung von 360° benötigt die Plattform exakt eine Stunde und gehört damit zu den absoluten „Höhe“-Punkten unter den besonderen Berliner Restaurants. Bei bewölkten Wetter liegt die Kuppel jedoch zumeist im Nebel – es empfiehlt sich also, den Turm bei guter Witterung zu besuchen.

 

Alle Wege führen zum Fernsehturm

 

Kaum ein Bauwerk ist so gut und offensichtlich zu erreichen, wie der Berliner Fernsehturm. Mit seiner Lage am Berliner Alexanderplatz ist er mit der U- und S-Bahn, der Straßenbahn, der Deutschen Bahn sowie verschiedenen Bussen zu erreichen. Sie können aber auch den Turm flanierend zu Fuß erreichen, da nahezu alle Sternstraßen auf diesen zentralen Platz zulaufen.