Der Berliner Gendarmenmarkt

Der Berliner Gendarmenmarkt

Es ist die edelste und teuerste Adresse Berlins, doch darüber hinaus einer der schönsten Plätze der Hauptstadt. Der Berliner Gendarmenmarkt beherbergt auf seinen geräumigen 3,3 Hektar das Konzerthaus und sowohl den französischen als auch den deutschen Dom und besticht mit seiner zeitlos-klassischen Eleganz Besucher und Kameras gleichermaßen. Er zählt wohl zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Berlin.

Eine elitäre Geschichte

Ursprünglich wurde der Platz unter dem Namen Linden-Markt im Jahre 1688 in der sogenannten Friedrichstadt konzipiert. Hauptsächlich siedelten hier die drei Jahre zuvor von dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg per zugesicherter Religionsfreiheit nach Preußen geholten Hugenotten. Und so erlaubte Friedrich I., der „Soldatenkönig“, auch 1701 beiden Gemeinden, der lutherischen sowie der französisch-reformierten Kirche, den Bau einer Kirche, die allerdings noch ohne die so prägnanten Türme errichtet wurden. Die heutige Form des gesamten Platzes geht auf Friedrich II., der auch als der „Alte Fritz“ oder „Friedrich der Große“ bezeichnet wird, zurück. Den Namen Gendarmenmarkt erhielt der Platz 1799, um den dortigen Stallungen des elitärsten und berühmtesten Regiments der preußischen Armee zu gedenken: dem Kürassier-Regiment K10. Diese schwer gepanzerten Reiter wurden auf französisch auch „gens d’arms“ genannt, was zur heutigen Schreibweise führte. Die Gendarmen feierten ihre größten Erfolge in den Schlachten Friedrichs II. Und wurden nach den von Napoleon erzwungenen Kapitulationen 1806 aufgelöst, womit sich auch Theodor Fontanes „Schach von Wuthenow“ ausführlich befasst.

 

Die Eleganz der Aufklärung und Klassik

Der Alte Fritz ließ zwischen 1780 und 1785 die großen Türme der Kirchen errichten und in der Mitte ein kleines französisches Komödientheater, das 1802 durch ein Nationaltheater ersetzt wurde. Dieses brannte jedoch 15 Jahre später bereits wieder ab und so entstand 1821 das von Karl Friedrich Schinkel entworfene königliche Schauspielhaus – heute bekannt unter dem Namen: Konzerthaus. Als man einige Jahre später die Schiller-Figur vor dem Konzerthaus errichtete, hieß auch dieser Teil des Platzes bis 1936 Schiller-Platz. Dass man seit dem Bau der beiden Kuppeltürme, von dem Deutschen sowie Französischen Dom spricht, leitet sich nicht etwa von einer jeweiligen Bischofsgemeinde ab, sonder ganz ursprünglich von dem französischen Wort „dôme“ für „Kuppel“ ab – umso mehr als die beiden Türme keine geistliche sondern lediglich eine ästhetische Funktion erfüllen.

 

Am Puls der Zeit

Der Gendarmenmarkt ist auch ein Ort gelebter Geschichte. So kündigte sich hier mit einem Aufstand, der unter dem Namen „Kartoffelrevolution“ gegen zu hohe Lebensmittelpreise rebellierte, die in den zwei folgenden Jahren ganz Deutschland überziehenden Revolutionen an. Während der Märzrevolution des Folgejahres wurden die auf den Barrikaden erschossenen Revolutionäre auf den Stufen des Deutschen Doms aufgebahrt und auch die preußische Nationalversammlung tagte mehrere Wochen im Großen Saal des Schauspielhauses.

1946 fand auf dem damals stark zerbombten Platz ein Konzert des russischen Soldatenchors- und orchesters, dem berühmten „Alexandrow-Ensembles“ statt. Und am 2. Oktober 1990 lief im Konzerthaus der letzte Staatsakt der DDR über die Bühne. Durch die Wiedereröffnung der preußischen Akademie 1946 hieß der Platz auch bis 1991 Platz der Akademie.

Anfahrt

Der Gendarmenmarkt liegt genau im Dreieck der U-Bahn-Stationen Französische Straße (U6), Stadtmitte (U2 + U6) und Hausvogteiplatz (U2) und ist von allen Bahnhöfen aus in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Die großen Hauptstraßen in seiner Umgebung sind die Friedrichstraße, die Leipziger Straße sowie die Allee Unter den Linden.