Checkpoint Charlie

Checkpoint Charlie

Von den drei amerikanischen Kontrollpunkten ist, neben Alpha und Bravo, der einst in Berlin gelegene Checkpoint Charlie mit Sicherheit der berühmteste. Und auch heute noch können an der originalen Stelle in der Friedrichstraße noch vielen Spuren von der einstigen Teilung und den daraus resultierenden Geschichten berichten.

 

Entstehung eines Berührungspunktes

Als an einem Freitag, den 13. im August des Jahres 1961 allen Beteuerungen zum Trotz die Regierung der DDR eine Mauer um ihr Staatsgebiet errichten ließ, war die einstige Hauptstadt von einem Tag auf den anderen geteilt. Die drei Sektoren der Westmächte waren somit von dem sowjetischen Sektor abgeschnitten. Da man aber als Besatzungsmächte viele gemeinsame Aufgaben im gesamten Stadtgebiet zu erfüllen hatte, musste auch ein dementsprechender Kontrollpunkt eingerichtet werden. Während Checkpoint Alpha und Bravo an der innerdeutschen Grenze lagen, wurde der Checkpoint Charlie zu diesem Zweck direkt in Berlin eingerichtet. Als Ort wurde die Friedrichstraße zwischen der Koch- und Zimmerstraße ausgewählt. War es für die DDR noch eine GÜSt, also eine so genannte Grenzübergangsstelle, bezog sich die westalliierte Bezeichnung auf den fehlenden völkerrechtlich anerkannten Staat auf der anderen Seite, weshalb man es beim Kontrollpunkt beließ.

 

Showdown in der Friedrichstraße

Gute zwei Monate später wurde aus dem kleinen Kontrollpunkt zwischen Mitte und Kreuzberg der Brennpunkt der globalen Großmächte. Nachdem die DDR-Regierung immer wieder amerikanischen Soldaten in Zivil den Grenzübergang verweigerte, fuhren am 25. und 26. Oktober 1961 bereits immer wieder amerikanische Panzer am Checkpoint Charlie und britische Panzer am unweit gelegenen Brandenburger Tor auf. Am 27. Oktober reagierte dann die sowjetische Militärverwaltung und ließ ebenfalls Panzer am Kontrollpunkt auffahren. In der Folge standen sich 16 Stunden lang 30 Panzer in der Friedrichstraße gegenüber und hatten, wie man heute weiß, Einsatzbefehle für den Notfall bereit liegen. Im Hintergrund wurde mit Washington und Moskau telefoniert, was vom jeweiligen Gegner auch fleißig abgehört wurde, aber auch zur Entspannung führte. Am 28. Oktober zogen sich dann beiden Seite zurück und der Konflikt war entschärft.

 

Nicht ganz dicht

Normalerweise war der Grenzübergang oder Kontrollpunkt nur für Militärs sowie Diplomaten vorgesehen, während es für Zivilisten Westberlins am Bahnhof Friedrichstraße einen eigenen Grenzübergang gab, dessen Gebäude noch heute aufgrund der vielen Abschiedsszenen Tränenpalast heißt. Allerdings kamen über den Checkpoint Charlie in seiner 29-jährigen Geschichte auch einige Zivilisten nach West-Berlin. Der spektakulärste und auch erfolgreiche Fluchtversuch begab sich am 29. August 1986, als drei Bürger der DDR mit einem 7,5 Tonnen schweren Kieslaster und genügendem Tempo die Grenzsperren durchbrachen und in den Westteil der Stadt schlitterten. Traurige Schlagzeilen hingegen schrieb der 18-jährige Peter Fechter, der am 17. August 1962 beim Fluchtversuch mit einem Freund beim Übersteigen der Mauer von Gewehrschüssen dreier Grenzsoldaten getroffen wurde und in den Ost-Berliner Bereich zurückfiel. Während die DDR-Soldaten und amerikanischen Soldaten nicht eingriffen, konnte die West-Berliner Polizei nur Verbandszeug zu den um Hilfe schreienden werfen, jedoch keine weitere Hilfe leisten, da ihnen der Übertritt versagt war. Unter den Rufen einer aufgebrachten Menge wurde er schließlich eine Stunde später von Grenzsoldaten der DDR weggetragen. Er verstarb wenig später im Krankenhaus an Verblutung.

 

Der Checkpoint heute

Mit dem Fall der Berliner Mauer wurde auch der Checkpoint Charlie unbrauchbar und daraufhin abgebaut. An seiner Stelle steht heute allerdings eine Sehenswürdigkeit, der Nachbau eines Kontrollhäuschens. In dem angrenzenden Haus ist das Museum Checkpoint Charlie eingerichtet und versorgt den Besucher mit allem wissenswerten zu diesem neuralgischen Punkt in der Berliner Mitte.

Zu erreichen ist der Checkpoint am besten über die U-Bahnlinie U6 am Bahnhof Kochstraße. Aber auch die anderen Bahnhöfe rund um die Friedrichstraße und das Brandenburger Tor liegen nur fußläufig entfernt.