Straßenfeste und Paraden

Straßenfeste und Paraden

Die Hauptstadt verfügt nicht nur über ein ausgeweitetes Netz an Straßen jeglicher Couleur, sonder auch über genügend Ideen und Projekte, diese ausführlicher zu nutzen, als nur von A nach B zu kommen – hier ein kleines Sammelsurium:

 

Der Karneval der Kulturen

Bevor mit dem Regierungsumzug von Bonn nach Berlin auch tatsächlich ein rheinischer Karneval mit samt seiner Jecken nach Berlin kam, existierte bereits ein Karneval in der Stadt – und zwar der, der Kulturen. Und aus diesem metaphorischen wurde bald auch die Idee geboren, tatsächlich ein Fest der verschiedenen Kulturen, welche die Weltstadt bewohnen, ins Leben zu rufen. Die aus Neukölln stammenden „Werkstatt der Kulturen“ wurde hierbei zum Organisator und zu Himmelfahrt des Jahres 1996 (15. und 16. Mai) rollte zum ersten Mal der Karneval der Kulturen durch die Stadt, die bereits damals von Bewohner aus über 180 Nationen bevölkert wurde. Das ist auch das Besondere an diesem Umzug, denn hier wird für ein friedliches Miteinander in einer pluralistischen Gesellschaft getanzt und gefeiert. Nahmen am ersten Umzug noch 50.000 Feierlustige und 2.200 Akteure teil, so stiegen diese Zahlen kontinuierlich an und mittlerweile liegen die Rekorde bei über 4000 Akteuren und anderthalb Millionen Zuschauern. Im Programm inbegriffen sind auch ein Kinderkarneval sowie ein Volksfest am Bücherplatz.

 

Féte de la Musique

Ihre Berliner Geburt fällt in die gleiche Zeit wie der Karneval der Kulturen, seit 1995 wird die Féte de la Musique an der Spree gefeiert und hat an Beliebtheit beinah alle anderen Feste hinter sich gelassen. Ursprünglich wurde das Fest vom französischen Kulturminister im Jahre 1982 ins Leben gerufen und findet seither zur Sommersonnenwende am 21. Juni statt. Nachdem es sich in Frankreich, Belgien und der Schweiz schnell großer Beliebtheit erfreute, breitete es sich über die ganze Welt aus und findet heute in 340 Städten weltweit statt, wobei 60 Städte in Europa liegen. Zur besseren Erklärung ist das Fest auch unter der Bezeichnung „Internationaler Tag der selbstgemachten Musik“ in Deutschland bekannt. Im Detail heißt das: 2012 wurden in Berlin über 100 Bühnen von über 500 Musikern bespielt. Zusätzlich dazu ermöglicht es eine Sondergenehmigung für „akustische (unverstärkte) Straßenmusik“ an allen Ecken und Enden der Stadt bis 22 Uhr unter freiem Himmel zu musizieren und um die Gunst der Passanten zu werben, was auch von unzähligen Musikern genutzt wird.

 

Die echten Straßenfeste

„Komm wir malen eine Sonne auf den grauen Pflasterstein“ – Natürlich bietet die Hauptstadt auch getreu diesem Motto unzählige Straßenfeste der sowohl traditionellen als auch unkonventionellen Art. Nahezu jeder Kiez verfügt gleich über eine ganze Riehe solcher Straßenfeste, bei denen die lokalen Vereine und Künstler die Bürgersteine und Fahrbahnen mit Leben erfüllen. Begleitet werden diese auch von den sogenannten Kiezfesten, welche zumeist auf Plätzen veranstaltet werden – doch sind die Grenzen zwischen beiden fließend. Grundsätzlich ist der Kalender diesbezüglich das ganze Jahr über prall gefüllt, doch findet sich natürlich in den wärmeren Monaten, sieht man einmal von den vielen Weihnachtsmärkten ab, eine größere Anzahl an Festen. Das liegt natürlich auch daran, dass andere Events und Festivals, wie z.B. das Kunst- und Kulturfest 48h Neukölln, viele Veranstaltungen im Freien stattfinden lassen.

 

Für welchen Anlass man sich auch immer entscheiden mag, ein Erlebnis ist das Feiern unter der Sonne in jedem Fall.